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Alt 24.11.2006, 19:35   #1
MaZi
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 03.2005
Ort: Kiel
Beiträge: 3.518
Wenn meine Süssen mal krank werden....

... müsste ich mit ihnen zu einem nicht vogelkundigen TA. Wie bereits in einem anderen Thread beschrieben, habe ich einen TA, der sehr bemüht ist und nicht einfach drauflos behandelt, sondern zuerst Fachbücher wälzt. Mit einer anderen TÄ, die sich einigermaßen mit Vögeln auskennen soll, habe ich noch keine persönlichen Erfahrungen gemacht. Sie wurde mir von einem vogelkundigen TA empfohlen und eine Userin aus dem NL-Forum (wohnt an der Westküste Schl.-Holst.) fährt den weiten Weg nach Kiel, weil sie von der TÄ sehr begeistert ist.

Bei einem unklaren Krankheitsbild müssen div. Untersuchungen vorgenommen werden. Notiert habe ich mir folgende:

- wiegen
- Tupferprobe a. d. Schnabel und d. Kloake (Untersuchung auf mykologische,
virologische und bakterielle Erreger)
- Kotprobe (unter dem Mikroskop auf Parasiten untersuchen, Bakterienkultur
ansetzen)
- Spülprobe a. d. Kropf (sofort unter dem Mikroskop untersuchen, sowie
Kultur für Keime, Bakterien und Pilze anlegen)
- Abtasten der Kropfwand und des Bauches
- in Schnabel und Rachen schauen
- Röntgenaufnahme
- Resistenztest (Antibiogramm)
- Blutabnahme

Sind das alle Untersuchungen oder habe ich noch etwas vergessen?

Ich wäre euch für eine Überprüfung meiner Notizen sehr dankbar. Denn für den Fall der Fälle möchte ich gerne gewappnet sein und dem TA entsprechende Anweisungen geben können.
MaZi ist offline  
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Alt 24.11.2006, 20:02   #2
DanielaS
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 07.2004
Ort: Olching, Bayern
Beiträge: 4.417
Hallo Martina,

ich denke, deine Auflistung dürfte vollständig sein.

Bin grade mal im Geiste durchgegangen, was bei Gizmo alles gemacht wurde, als er im KH war. Bis auf den Resistenztest wg AB und der Kropfspülung wurde alles gemacht. Der Resistenztest war überflüssig, weil er kein AB bekommen hat.

Vielleicht fällt ja noch jemandem hier ein Punkt ein, den man auf die Liste setzen müsste/könnte?
DanielaS ist offline  
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Alt 25.11.2006, 09:03   #3
Kaa
reg. User (inaktiv)
 

Benutzerbild von Kaa
 

registriert seit: 05.2006
Ort: Herrenberg
Beiträge: 63
Hallo Martina,

deine Liste hört sich vollständig an. Als wir am Montag mit Jinks in der Vogelklinik waren, hat die Ärztin ihn noch mit einem Stethoskop abgehört, ob da irgendwelche Atemgeräusche sind die dort nichts zu suchen haben.
Kaa ist offline  
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Alt 25.11.2006, 11:20   #4
Addi
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registriert seit: 08.2004
Ort: Moorrege bei Hamburg
Beiträge: 980
Hallo Martina!
Sehr vollzählig, Deine Aufzählung.
Ergänzend:
- Blutabnahme am besten aus der Halsvene, weil sich bei der Flügelvene gerne ein großer Bluterguß bildet.
- Röntgen mit Handfixierung oder Gasnarkose.
- Auch eine Tupferprobe (statt Spülprobe) kann sofort unter dem Mikroskop auf Tichomonaden (und ettliche Keime) untersucht werden. Bei Tupferproben im Kropf besteht aber ein erhebliches Verletzungsrisiko für die dünnen Schleimhäute bei Abwehrbewegungen des Vogels.

Ein TA, der zwar kein Spezialist aber bereit ist, mal in ein Buch zu gucken ist sicher nicht das schlechteste, was einem passieren kann. Als Weihnachtsgeschenk würde ich ihm dann die Leitsymptome ..... von Pees schenken und falls er die schon hat das Kompendium der Ziervögelerkrankungen.
Für Nymphiebesitzer fernab von Fachärzten vielleicht eine mögliche Strategie:
mache deinen Hundetierarzt vogeltauglich!
Addi ist offline  
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Alt 25.11.2006, 11:35   #5
MaZi
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 03.2005
Ort: Kiel
Beiträge: 3.518
Hallo!

Danke für eure Antworten. Dann werde ich meine Notizen mal vervollständigen und sie in den Kranken-/Transportkäfig legen, damit ich sie im Notfall gleich zur Hand habe.

@Addi: Gute Idee, den TA "umzupolen". Hinsichtlich des Weihnachtsgeschenkes: der TA hat bestimmt mehr Geld als ich. Von daher kann ich ihm leider nicht so ein teures Geschenk machen. Vielleicht sollte ich mal Lotto spielen?

Dr. K. behandelt die Vögel, die hier in Kiel an kleinen Teichen und Seen leben. Ich hab mal mitbekommen, dass vor seiner Praxis ein riesiger Schwan im Käfig aus einem Transporter ausgeladen wurde. Da Dr. K. sehr klein ist, muss es ein Bild für die Götter gewesen sein, als ihm der große Schwan auf dem Behandlungstisch gegenüberstand.
MaZi ist offline  
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Alt 25.11.2006, 16:31   #6
Addi
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 08.2004
Ort: Moorrege bei Hamburg
Beiträge: 980
Und die ersten Worte nach dem Betreten des Behandlungszimmers?
Mein lieber Schwan!

Deine vollständige Aufzählung sollte bei den Tierarzt-Links aufgeführt sein!
Damit jeder Nymphiebesitzer dem TA auf die Finger sehen und einschätzen kann.
Addi ist offline  
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Alt 27.11.2006, 09:22   #7
Birdfriend
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 11.2005
Ort: Illingen
Beiträge: 566
Hallo Martina,

finde die Liste auch schon gut.

Wichtig finde ich aber auch, dass der Halter sich Notizen über seine Haltung macht. Entstehen doch viele Erkrankungen durch die Haltung bzw. die häuslichen Umstände.

z. B. Wie viele Tiere, wie lange sind sie im Bestand, wie groß ist der Käfig/Voliere, wie viel Freiflug, was wird gefüttert, hat er gefressen, getrunken, Einstreu, Futterumstellung, Neuzugänge, Vorerkrankungen, wie viel wog der Vogel (regelmäßige Kontrollmessungen)etc.

Dann wurde bei meinem Pauli, der einen unklaren Federverlust (kreisrund über der Ohröffnung hatte, noch ein "Hautgeschabsel bzw. eine kleine Feder" aus diesem Bereich unter dem Mikroskop untersucht.

Gut finde ich, wenn jeder Halter Kotröhrchen mit integriertem Löffel (kosten zwischen 20 und 40 Cent) aus der Apotheke oder vom Tierarzt, etc. daheim hat. So kann er bei Verdacht einfach und schnell eine Kotprobe dem TA mitnehmen. Zu bedenken ist, dass einige Parasiten nur am Nachmittag ausgeschieden werden, so dass eine Sammelkotprobe über mehrere Stunden sinnvoll ist. Für eine Sammelprobe über mehrere Tage hat sich die Befeuchtung mit O,9 %iger Kochsalzlösung bewährt.

Vielleicht sollte auch der Hinweis nicht fehlen, dass manchmal ein Anfärben des Präparates (Kot) notwendig ist, um etwas erkennen zu können, z. B. bei den Megabakterien.

Gruß

Petra
Birdfriend ist offline  
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Alt 27.11.2006, 10:27   #8
DanielaS
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 07.2004
Ort: Olching, Bayern
Beiträge: 4.417
Zitat:
Zitat von Birdfriend
Zu bedenken ist, dass einige Parasiten nur am Nachmittag ausgeschieden werden, so dass eine Sammelkotprobe über mehrere Stunden sinnvoll ist


Eine Sammelkotprobe sollte über mindestens 3 Tage gehen. Das Sammeln über ein paar Stunden hinweg bringt gar nichts.

Als ich die Sammelkotprobe meiner Piepser abgeliefert habe, habe ich das Röhrchen mit einem Spritzer Wasser befeuchtet. Man kann recht gut mit einer Blumenspritze das Röhrchen so anfeuchten, dass der Kot nicht austrocknet. Aufbewahren sollte man es im Kühlschrank.
DanielaS ist offline  
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Alt 27.11.2006, 11:09   #9
MaZi
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 03.2005
Ort: Kiel
Beiträge: 3.518
... oder man gibt ein Stück feuchte Watte unten ins Röhrchen, so bleibt der Kot auch feucht.

@Birdfriend: Danke für deine Ausführungen.
MaZi ist offline  
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Alt 27.11.2006, 14:16   #10
Birdfriend
reg. User (inaktiv)
 

registriert seit: 11.2005
Ort: Illingen
Beiträge: 566
@ Daniela
Zitat:
Eine Sammelkotprobe sollte über mindestens 3 Tage gehen. Das Sammeln über ein paar Stunden hinweg bringt gar nichts.


Hallo Daniela,

so würde ich das nicht sehen und es deckt sich auch nicht mit früheren Aussagen von Ärzten aus verschiedenen Tierkliniken mit denen ich in Kontakt stehe. Sicherlich ist es sinnvoll eine Kotprobe über mehrere Tage zu machen, würde aber nicht so weit gehen und sagen, dass es gar nichts bringt, dem Tierarzt eine Kotprobe von einem Tag bzw. mehreren Stunden mitzubringen.

In Mazi's Beitrag geht es doch darum, eine Hilfestellung zu geben, wenn der Halter feststellt, dass etwas mit seinem Nymphie nicht stimmt und er zu einem Tierarzt geht. Je nach Verhalten des Tieres kann ich doch keine 3 Tage bis zur Beendigung einer Sammelkotprobe warten.

In der Regel würde ich als Halter den Vogel, ausgenommen es ist super akut, in den nächsten Stunden beobachten. Wird es nicht besser oder verschimmert sich der Zustand, würde ich dann zum Arzt gehen und die bis dahin ausgeschiedenen Kothäufchen mitnehmen. Für eine erste Untersuchung unter dem Mikroskop reicht es allemal. Der Tierarzt sollte dann durch die Untersuchungen, wie o. g., eine Verdachtsdiagnose stellen. Vermutet er bestimmte Parasiten wird er weitere Empfehlungen geben (z. B. Kotprobe mehrere Tage, etc.).

@ Martina, kein Problem. Finde es eine gute Sache. Man kann nicht vorbereitet genug sein. Je mehr Hintergrundinfos der Halter hat, desto besser kann er die Arbeitsweise des ausgesuchten TA einschätzen. Würde heute auch keiner "blinden" Therapie mehr zustimmen, wenn keine sichere Diagnose vorliegt. Es wird einfach zu schnell experimentiert, vor allem mit AB.


Gruß BF
Birdfriend ist offline  
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